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Muttergottes Orgel St. Gerold
"Ein Eintauchen in eine ganz eigene, faszinierende Klangwelt"

Muttergottes Orgel

So empfinde ich es, wenn ich ein Enzenhofer Instrument spielen oder hören kann. Für Orgelbaumeister Christoph Enzenhofer ist eine Orgel ein Gesamtkunstwerk, bei dem der klangliche, handwerkliche und architektonische Aspekt in gleichem Maße wichtig ist. Schon seine handwerkliche Präzision und sein architektonisches Feingefühl zeichnen Enzenhofer als vielseitig begabten Menschen aus. Vor allem aber ist er Musiker, der unbeirrt, beinahe hartnäckig versucht sein Klangideal zu verwirklichen, auch wenn er manchmal darum ringen muß.

Dieser klangliche Aspekt soll nur im Vorderrund stehen, wenn ich versuche, Hörerlebnisse an den Orgeln von St. Gerold und Batschuns zu schildern.

Jedes einzelne Register ist liebevoll intoniert und hat Charisma. Die Lebendigkeit des Klangs ist hier ein Markenzeichen, das auch viele historische Instrumente auszeichnet. An der Wärme und grundtönigen Fülle des Prinzipal 8’ kann man sich kaum satt hören. Hier beginnt die Musik zu leben, ja richtig aufzublühen! Die leisen, oftmals dunklen Flöten 8’ lassen aufhorchen und animieren auf Grund ihrer Charakteristik zum aufmerksamen Hinhören. Der dezente, aber sehr typische Klang einer Quintade, aber auch der leichtfüßige Charme der 4 Fuß Flöten werden auch in der Diskantlage nie schreiend und können solistisch wunderbar verwendet werden.

Ganz für intonierte Aliquotstimmen ermöglichen eine Fülle an mitunter auch unkonventionellen Soloregistrierungen. Die selbst angefertigten kurzbechrigen Zungenregister aus Holz, manchmal ganz zart und schlank, mitunter auch humorvoll deftig, bewähren sich besonders in der alten Musik. Der Plenoklang ist sehr transparent und trotz der Klangfülle nie grob oder aufdringlich.

Weitere klangliche Schönheiten sollen hier unerwähnt bleiben, denn beim Verfassen dieser Zeilen ist mir bewusst geworden, wie unzulänglich Worte sind, um Klangeindrücke zu beschreiben. Dennoch hoffe ich, die Neugierde geweckt zu haben, diese eindrucksvollen Instrumente, die so viel zu sagen haben, kennenzulernen.

Helmut Binder

Disposition - Muttergottes Orgel

Winddruck: 53mm WS
Stimmung: St. Gerold J.H.

Rückpositiv   Holz   Metall   Bemerkung
Principal 4'     C-G3 80% Prospekt
Octave 2'     C-G3 60%  
Octave 1'     C-G3 60%  
Mixtur 4-fach 2/3'     C-G3 60%  
Gedacktflöte 8' Fichte C-Cs0 D0-G3 20%  
Koppelflöte 4'     C-G3 20%  
Gemshorn 2'     C-G3 20%  
Flöte 1 1/3'     C-G3 20%  
Terz 4/5'     C-G3 20%  
Krumhorn 8'     C-G3 60%  
Tremulant            

 

Hauptwerk   Holz   Metall   Bemerkung
Principal 8'     C-G3 80% Prospekt
Octave 4'     C-G3 60%  
Octave 2'     C-G3 60%  
Quinte 1 1/3'     C-G3 60%  
Mixtur 3-fach 1'     C-G3 60%  
Mixtur 2-fach 1/3'     C-G3 60%  
Principalschwebung 8'     C1-G3 60%  
Rohrgedackt 16'     C0-G3 20%  
Holzflöte 8' Fichte C-G3      
Spitzflöte 4'     C-G3 20%  
Nasat 2 2/3'     C-G3 20%  
Flöte 2'     C-G3 20%  
Terz 1 3/5'     C-G3 20%  
Trompete 8'       60%  
Tremulant            

Regalwerk   Holz   Metall   Bemerkung
Flöte 2' Fichte C-Cs2 D2-G3 20%  
Qualterio 16' Eibe C-G3     gedrechselt
Vox Eva 8' Eibe C-G3     gedrechselt
Clementinchen 4' Eibe C-G3     gedrechselt

Pedal   Holz   Metall   Bemerkung
Principalbass 8'     C-F1 60%  
Choralflöte 4'     C-F1 60%  
Octave 2'     C-F1 60%  
Mixtur 2-fach 1 1/3'     C-F1 60%  
Subbass 16' Fichte C-F1      
Bleigedackt 8'       20%  
Rohrflöte 4'       20%  
Fagott 16'       60%  
Trompete 8'       60%  
Zink 4'       60%  

Koppeln: I/II, I/P, II/P, III/P

Bildergalerie

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