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Orgel Batschuns - "Ein bezauberndes Instrument"

Batschuns Holzmeisterkirche

Die Orgel von Christoph Enzenhofer in der Pfarrkirche Batschuns ist für mich ein faszinierendes Beispiel einer gelungenen Variation des (allzu) bekannten Themas "2-manualige Orgel". Ich freue mich immer wieder, diesem bezaubernden Instrument im archaisch-strengen Kirchenraum von Clemens Holzmeister zu begegnen und beim Hinausgehen von einem wunderbaren Blick aufs Rheintal überrascht zu werden.

Zur Entstehungsgeschichte:
Die schlussendlich ausgeführte Lösung ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses, bei dem viele mitgewirkt haben, das Konzept immer einfacher und schlüssiger werden zu lassen. Es war ein Ringen um das Optimum, das nicht im Maximum gefunden wurde, sondern im kreativen Akzeptieren der räumlichen Beschränkungen. So konnte die Orgel nicht wie ursprünglich geplant vor die Westrosette gestellt werden, ohne den ganzen Kirchenraum massiv zu beeinträchtigen. Eine der Anfangsideen - Brüstungsorgel - erwies sich schließlich als die überzeugende Lösung. Aber trotz großer Raumökonomie des Orgelbauers musste die Empore etwas erweitert werden, um genügend Platz für Hauptwerk und Pedal in der Brüstung zu finden. Ist diese Lösung als Brüstungsorgel für unsere Gegend schon ungewöhnlich, so macht aber erst die Ausführung des 2. Manuals als Spieltischpositiv die Batschunser Orgel zu dem, was von der Konzeption her überrascht. Dadurch war es möglich, die Aufgabe der Chorbegleitung gut zu lösen: der Chor steht direkt vor dem Spieltischpositiv und hat optimalen akustischen Kontakt, was besonders bei leisen Stellen von großem Vorteil ist.

Dass dieses ausgefallene Konzept klanglich so gut aufgeht, ist neben der wunderbar mitspielenden Akustik der hohen Intonationskunst des Orgelbauers zu verdanken. Unterstützt und begleitet von Helmut Binder gelang es ihm, eine Vielfalt an Klangfarben in dieser Orgel zu versammeln, die mich immer wieder überrascht und berührt. Ein Geiger, mit dem ich ein Rheinbergerstück in Batschuns und etwas später in einer anderen Kirche mit einer guten und doppelt so großen Orgel aufführte, brachte es für mich auf den Punkt, als er beim Einregistrieren in dieser anderen Kirche meinte: "Das ist halt nicht Batschuns!"

Was gibt es noch zu sagen?

Ach ja, auch wenn man die Batschunser Orgel nicht hören, sondern nur sehen kann, ist sie ein Genuss. Ich kenne kaum eine so freundliche Orgel - sie hat durch die wunderbaren Schleierbretter von Brigitte Mumelter ein "goldiges" Gemüt, das selbst an grauen Herbsttagen seine Wirkung auf den Kirchenbesucher nicht verfehlt. Und dass die Wahl der Materialien und die handwerkliche Ausführung bei Christoph Enzenhofer wie gewohnt bis ins letzte Detail meisterhaft und von einem absoluten Willen zum Schönen bestimmt ist, mich aber trotzdem immer wieder staunen lässt.

Bernhard Loss

Künstlerische Gestaltung: Brigitte Mumelter (Hall i.T.)

Disposition - Orgel Batschuns

Winddruck: 58mm WS
Stimmung: ungleichschwebend

Hauptwerk   Holz   Metall   Bemerkung
Principal 8'     C-G3 80% Prospekt
Octave 4'     C-G3 60%  
Octave 2'     C-G3 60%  
Mixtur 1 1/3'     C-G3 60% 5-fach
Gedacktflöte 8' C-DsO Erle E0-G3 20%  
Quintadena 8'     C-G3 60%  
Spitzflöte 4'     C-G3 40%  
Nasat 2 2/3'     C-G3 60%  
Flöte 2'     C-G3 20%  
Terz 1 3/5'     C-G3 20%  
Corbelius 16' C-G3 Zypresse     gedrechselt
Basson 8'     C-G3 70%  
Tremulant            

Spieltischpositiv   Holz   Metall   Bemerkung
Bleigedackt 8' C-H Erle CO-G3 20%  
Rohrflöte 4'     C-G3 20%  
Principal 2'     C-G3 80% Prospekt
Quinte 1 1/3'     C-G3 80%  
Vox Humana 8' C-G3 Zypresse     gedrechselt
Tremulant            

Pedal   Holz   Metall   Bemerkung
Subbass 16' C-F1 Fichte      
Offenbass 8' C-F1 Fichte      
Choralflöte 4'     C-F1 60%  
Flöte 2'     C-F1 40%  
Trompete 8'     C-F1 70%  

Koppeln: I/P II/P

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